Campen im Dschungel von Vietnam

Du bist ein abenteuerlustiger Reisender, vornehmlich mit dem Rucksack durch Vietnam unterwegs und denkst darüber nach mit einem Local durch den Dschungel zu ziehen? Dann lies besser diesen Artikel, damit du weißt worauf du dich einlässt, was du von der Tour erwarten kannst und wieso die Tour einfach anders sein wird als du vielleicht erwartest.

Allgemeines

Da unsere Dschungeltour mehrere Stationen hatte muss ich diese einzeln vorstellen:

Die Bucht Vịnh Nam Chơn

Die Bucht Vịnh Nam Chơn liegt gegenüber von Da Nang und war zu unserem Zeitpunkt nahezu verlassen. Die Einheimischen wurden von hier vertrieben, da die Bucht in den nächsten Jahren mit Hotels zugebaut werden soll. Daher findet ihr dort auch überall Ruinen. Dennoch hielten sich einige Bauern hartnäckig am Strand. Auch war dieser übersät mit Kuhfladen. Direkt am Strand wachsen Kokosnusspalmen, solltet ihr hier Kokousnüsse pflücken wollen, dann seit euch bitte bewusst, dass diese den noch ansässigen Bauern gehören. Um zu der Bucht zu gelangen müsst ihr von der Straße in Richtung Meer wandern und ein kurzes Stück den Eisenbahnschienen folgen. Einige Trampepfade in Richtung Meer werden euch den Weg dann weißen.

Monkey Island

Bei Monkey Island handelt es sich erstmal nur um eine Halbinsel. Ihr eigentlicher Name ist Thọ Quang. Angeblich könnt ihr hier Affen sehen, wir sahen leider keine. Die nördliche Küste ist felsig und die Abenteurer unter euch können sich hier im Krabbenfang versuchen um sich selbst mit Nahrung in der Wildnis zu versorgen.

Der Dschungel

Unsere letzte Station lag mitten im Dschungel westlich von Da Nang. Die Flüsse waren hier von Felsen durchwachsen und Wasserfälle und kleine Buchten luden zum verweilen ein. Leider kann ich keine genaue Position geben.

Lage

Die Bucht Vịnh Nam Chơn

Monkey Island

Positives & Negatives

  • + Schöne Orte die wir sonst nicht gesehen hätten
  • + Natur
  • + Abenteuer
  • – Camping anstatt Überlebens-Feeling à la Bear Grylls
  • – Tourguide wurde schwer krank
  • – Keine Erstattungen, da Ausrüstung (Zelt, etc.) in Preis mit inbegriffen

Die vietnamesische „Dschungel“ Tour

Bei einem guten Freund von Skinny Dao buchten wir eine Dschungel-Tour. Wir zahlten für zwei Tage 96 $ pro Person. Der Name des Guides war Andy Pham und ihr findet ihn auch auf Facebook. Vorgestellt hatten wir uns so eine Art Survival Tour alà Bear Grills. Bekommen haben wir eher einen erweiterten Camping Ausflug. Um überhaupt an unsere Ziele zu kommen, stellte uns Andy ein paar Mopeds zur Verfügung. Diese befanden sich allerdings in einem miserablen Zustand. Teilweise funktionierten nicht einmal die Bremsen.

Die Bucht Vịnh Nam Chơn

Mit Andy und seinen Mopeds fuhren wir zunächst in die Bucht Vịnh Nam Chơn. Der Strand in der Bucht war wie verlassen und von Kuhfladen der dort ansässigen Bauern übersät. Überall am Strand gab es Ruinen. Andy erzählte uns, dass die Einwohner ihr Land verloren haben und in dieser Bucht Hotels entstehen sollen. Andy zeigte uns einheimische Beeren und welche man davon essen kann. Auch zeigte er uns wie man auf Palmen klettert um Kokosnüsse zu pflücken. Am Strand legten wir ein kleines Barbecue ein. Während Andy das Essen zubereitete, hatten wir Gelegenheit ein wenig an den Felsen herum zu klettern und Schnorcheln zu gehen. Das Wasser war allerdings etwas trüb, so dass man kaum etwas erkennen konnte.

Die Halbinsel „Monkey Island“

Abends fuhren wir auf eine Halbinsel die Andy Monkey Island nannte. Er erzähle etwas von freilaufenden Hühnern die wir selber dort fangen sollten, tatsächlich kaufte er zwei, die wir zusammen zubereiteten. Affen haben wir leider auch nicht gesehen, dafür hat uns Andy noch gezeigt wie man Krabben zwischen den Steinen findet und fängt. Richtig abenteuerlich wurde es erst nachts als ein heftiger Sturm aufzog. Gezeltet haben wir zunächst auf den Felsen der Küste. Als der Sturm allerdings aufkam waren wir gezwungen abzubauen und im Landesinneren zu zelten.

Vietnam - Dschungeltour - Selbstgefangene Krabben

Endlich im Dschungel von Vietnam

Den zweiten Tag fuhren wir wieder in die Highlands um in der Nähe der K’tu in den Dschungel zu gehen. Andy hatte an Verpflegung (Instant-Nudeln & Schweinefleisch) gedacht. An einem Fluss mit Wasserfall und einem ausgespülten Steinbecken schlugen wir unser Lager auf. Zunächst mussten wir den Boden abfedern. Dazu nahmen wir farnartige Riesen-Blätter, welche wir auf dem Boden ausbreiteten. Der Ort war wundervoll. Ruhe, dicht bewachsen, ein Becken zum Schwimmen, ein Wasserfall zum duschen, Wasser zum trinken, eine Sternenklare Nacht und keine Menschen außer uns.

Zwei Dinge trübten leider die Stimmung. Erstens Müll von anderen Menschen. So tief im Dschungel waren wir dann wohl doch nicht. Zweitens: Andy bekam Nachmittags heftige Fieberanfälle und redete im Delirium wirres Zeug. Das beunruhigte uns sehr, auch war es schwer ihn wieder heim zu bekommen. Im Nachhinein vermute ich, dass er einen Malariaschub gehabt haben könnte, denn sein Fieberschub war ziemlich heftig und er meinte, dass er bestimmte Medikamente bräuchte. Leider hatten wir durch seine Krankheit nicht allzu viel von unserem zweiten Tag im Dschungel. Auch war Andy nicht bereit einen Teil der Kosten zurück zu erstatten.

Fazit zur Dschungel-Tour

Irgendwie war es wie Campen, nur eben anders. Die Orte an denen uns Andy hinführte waren schon ziemlich nice. Leider war die Dschungeltour einfach nicht das, was wir erwartet hatten. Zunächst einmal befanden wir uns am ersten Tag noch ziemlich nahe an der Zivilisation. Zum Anderen brachte Andy Unmengen an Verpflegung für uns mit. Wir wollten eher selbst danach suchen und auf die Jagd oder fischen gehen. Auch, dass Andy krank wurde und nicht bereit war uns den zweiten Tag zurück zu erstatten empfanden wir eher negativ. Dennoch bereuen wir es nicht. Es war in jedem Fall ein Abenteuer :).

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