Negombo – Auf und davon

Du planst eine Sri Lanka Rundreise mit dem Rucksack? Dann wirst du sicher in Colombo landen und überlegen nach Negombo zu kommen. Lies in diesem Artikel was du von der Stadt erwarten kannst, ob es sich für dich lohnt oder ob du Negombo auslassen kannst ohne wirklich etwas verpasst zu haben.

Allgemeines

Negombo stellt mit seinen mehr als 120 000 Einwohnern eine der größeren Städte Sri Lankas dar. Die Fischerei spielt in dieser Stadt eine bedeutende Rolle. Daher könnt ihr hier auch viele Fischermärkte finden. Die Stadt war während der Kolonialzeit wechselnden Mächten ausgeliefert. So finden sich portugiesische, britische und niederländische Einflüsse. Darin liegt wohl auch begründet, dass der überwiegende Teil der Bevölkerung katholisch ist. Zu den Top-Sehenswürdigkeiten zählen der 120 km lange Dutch Canal, welcher für den Transport von Exportgütern gedacht war, die katholische St. Mary’s Church, der bunte, buddhistische Angurukaramulla Temple sowie das Dutch Fort.

Wegen seiner Nähe zum Flughafen Colombo ist Negombo für viele Touristen der erste Anlaufpunkt. Entsprechend touristisch ist die Stadt geprägt. Restaurants und Souvenirläden reihen sich an der Hauptstraße dicht aneinander.

Lage

Anreise

Die Anreise gestaltet sich vom Flughafen aus relativ einfach. Direkt am Ausgang werdet ihr von Taxi- und TucTuc Fahrern angesprochen. Allerdings ist es zu empfehlen sich ein Taxi am Info-Schalter zuweisen zu lassen. Hier könnt ihr zwar nicht mehr um den Preis verhandeln, allerdings bekommt ihr so ein offizielles Taxi und entgeht somit der Taxi-Mafia.

Unterkunft

Wir hatten den Homestay „Negombo Villa“ gebucht. Leider dürfte es nicht mehr möglich sein, die Negombo Villa zu buchen, da sein Besitzer umgezogen ist. Oftmals ist es so, dass die Fahrer die Homestays selbst nicht kennen und sich durchfragen müssen. Die Fahrt zu eurer Unterkunft kann daher unerwartet lange dauern. So auch in unserem Fall: Anstatt 20 Minuten fuhren wir über eine Stunde durch Negombo. Dafür konnten wir einiges von der Stadt sehen, wie z.B. einen lokalen Fischmarkt, auf dem ein riesen Tumult los war.

Positives & Negatives

  • + Vielzahl Restaurants und Läden
  • + Strand und Meer
  • – Müll und Geruch auf den Straßen
  • – Die Stadt hat wenig an wirklich auszeichnenden Sehenswürdigkeiten zu bieten

Nach einem langen Flug

Um 4.30 Uhr frühs (ca. 1 Uhr nach deutscher Zeit) landeten wir am Flughafen. In der Nähe des Ausgangs könnt ihr gleich Geld abheben. Ein Euro entsprechen ca. 180 Sri lankanische Rupie (LKR). Beachtet aber, dass die Kurse sich verändern. Vielleicht habt ihr auch schon über die Taxi-Mafia gelesen. Wir buchten jedenfalls deswegen direkt am Flughafenschalter die Fahrt vom Flughafen nach Negombo für 1800 LKR (ca. 11€). Der Flughafenschalter für Taxis befindet sich direkt am Ausgang.

Sri Lanka - Im Flugzeug von Sir Lankan Airlines

Sri Lanka - Peace am Flughafen von Colombo

Auf nach Negombo

Wir entschieden uns gegen Colombo, weil wir vorab nichts sonderlich Gutes gelesen hatten und Großstadt eh nicht so unser Ding ist. Da erschien uns Negombo mit Strand und Meer deutlich attraktiver, zumal es vom Flughafen nur 20 statt 45 Minuten Fahrweg sind.

Negombo Ersteindruck: Durchgefallen

Unser erster Eindruck von Negombo war gar nicht so schön. Überall lag Müll am Straßenrand und es roch fies. Was uns jedoch am meisten geschockt hat, waren die vielen wilden Hunde die am Straßenrand lagen oder laut bellend vor die Autos liefen. Nachdem wir ausgeschlafen hatten machten wir uns auf den Weg zum Meer, aber auch hier wurde der Eindruck nicht besser. Das Meer war so stürmisch, dass nur ein paar Einheimische sich ins Wasser trauten.
Zitat unseres Urlaubs: „Es kann nur besser werden.“ 🙂

Sri Lanka - Negombo - Viel Muell

Sri Lanka - Negombo - Stürmische See mit Einheimischen die darin baden

Sind die Busfahrten in Sri Lanka wirklich so schlimm?

Wir ließen uns die Laune natürlich nicht verderben und beschlossen die nächsten Tage zu planen. Auf unserem Weg entdeckten wir die Touristeninformation Bobby Travels. Der Besitzer Bobby spricht sehr gut Deutsch und hat sich wirklich Zeit für uns genommen. Allerdings müssen wir dazu erwähnen, dass wir im nachhinein das Gefühl hatten von ihm beeinflusst worden zu sein, denn Bobby riet uns davon ab mit den Bussen zu fahren, da diese sehr viele Unfälle hätten. Dazu zeigte er uns haufenweise Bilder von Busunfällen bei Google. Wir haben während unserer Reise später sehr oft den Bus benutzt und fast immer gute Erfahrungen gemacht.

Wie sich zeigte war ein Fahrer für den Anfang die beste Wahl, da wir ansonsten durch die langen Wege sehr viel Zeit verlieren würden. Für 7 Tage sollten wir 50$ pro Tag bezahlen.

Essen in Negombo

Hony Tonky Two Restaurant

Wir waren einmal essen im Hony Tonky Two Restaurant. Bestellt haben wir uns Blumenkohl in Käsesoße und ein Curry. Es schmeckte, aber vom Hocker gehauen hat es uns dort nicht. Ich bestellte mir einen Papaya-Saft, welcher bei der Zubereitung leider starken Kontakt zu Knoblauch gehabt hatte. Nicht so geil, kann aber bei den frischen Säften in Sri Lanka passieren. Was ihr in Negombo vor allem findet ist Sea Food. Also wenn ihr Fisch mögt seid ihr hier genau richtig ;).

Sri Lanka - Negombo - Papayasaft trinken

Tastees Banana Restaurant

Ein weiteres Mal aßen wir im Tastees Banana Restaurant direkt am Strand. Hier hatten wir einen wunderschönen Ausblick auf den Sonnenuntergang. Allerdings waren die italienischen Nudeln nicht so ganz durch. Stephan sein Curry hingegen war ganz gut gelungen.

Die Grace Juice Fruit Bar von Negombo

Viel besser dagegen war die Grace Fruit Juice Bar (leider keine Homepage). Die erste Kokosnuss zu trinken oder hier bei Fatima Fruchtshakes zu genießen war für uns ein Highlight. Ihr könnt die Bar leicht finden: 21, Poruthota Road, Ethukala. Unbedingt probieren solltet ihr dort den Woodapple-Shake. So sauer und ungenießbar die Woodapple Früchte an sich auch sind, so machen sie sich im Shake zusammen mit Banane einfach wunderbar.

Sri Lanka - Negombo - Fruchtschale in Grace Juice Fruit Bar

Bob Marley lives in Negombo

Wir gingen erstmal zurück in unsere Unterkunft um mit unserem Host Gayan über unsere Pläne zu sprechen. Gayan sah ein bisschen aus wie Bob Marley und ging auch sehr ähnlichen Hobbys nach ;). Er bot sich uns als Fahrer für den gleichen Preis an und da er uns sehr sympathisch war, planten wir am nächsten Morgen mit ihm nach Anuradhapura zu fahren. Ob wir zu viel gezahlt haben erfahrt ihr noch.

Negombo auch bei unserer Abreise

Unseren letzten Nachmittag, bevor wir abflogen, verbrachten wir gezwungenermaßen ebenfalls in Negombo. Ich hatte direkt am ersten Tag meine Brille in der Unterkunft liegen gelassen und musste sie deswegen noch abholen. Die Straßen waren mit Fähnchen geschmückt und am Strand machten Einheimische Musik. Was genau das für ein Fest war bekamen wir nicht mehr raus. Wir bummelten noch ein bisschen durch die kleinen Lädchen und mussten feststellen, auf den zweiten Blick hat Negombo doch noch was Schönes. Vielleicht waren wir einfach nur zur falschen Zeit da.

Fazit zu Negombo

Für uns war Negombo sicherlich immer noch die bessere Wahl als Colombo. Vom Flughafen solltet ihr in der Regel schnell an der Unterkunft sein. Auch wenn der Strand nicht der schönste ist freut ihr euch bestimmt nach langer Zeit wieder am Meer zu sein. Auch die erste Kokosnuss zu trinken oder bei Fatima in ihrer „Grace Juice bar“ Fruchtshakes zu genießen ist ein Highlight.

Was wir anders machen würden?

Durch die lange Fahrt vom Flughafen mit dem Taxi durch Negombo hatten wir gefühlt schon alles gesehen. Falls es uns aber doch nochmal nach Negombo verschlagen sollte, würden wir eine Tour mit dem TucTuc buchen und uns noch einmal kreuz- und quer durch das Örtchen fahren lassen oder eine Fahrt im Dutch-Kanal buchen.

Eine Anmerkung zu “Negombo – Auf und davon

  1. Pingback: Anuradhapura - Auf den Spuren des Buddhismus - Die Reisehüpfer

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